3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions

Newsletter #1 zur Corona-Krise

10.03.2020

Sehr geehrter Anlegerin, sehr geehrter Anleger,

haben wir uns erst vor wenigen Tagen noch über neue Höchstmarken an den Börsen erfreut, so sieht die Welt anscheinend für viele Investoren oder vielleicht den Großteil der deutschen Bevölkerung seit dem 24. Februar 2020 ganz anders aus. Zeit für eine Bestandsaufnahme, insbesondere da nach dem heutigen Ausbruch des Öl-Preiskrieges zwischen Saudi-Arabien und Russland die Talfahrt an den Kapitalmärkten eine deutliche Beschleunigung erfahren hat.

Rückblick und Einschätzung

Erst am 19. Februar erreichte der Dax mit 13.795 Punkten einen neuen Rekordstand. Vorneweg gilt festzuhalten, dass der Dax nun nicht gerade der Parameter ist, an dem man seine Anlageentscheidungen ausrichten sollte, dennoch gilt er für viele deutsche Sparer als „Fieberthermometer“. Schaut man über den großen Teich, so hatten wir auch in den USA im Februar neue Börsenrekorde.

Seit Montag, dem 24. Februar ist alles anders?

Wie schon so oft, kommt es dann ganz plötzlich und das in kurzer Zeit ganz anders. Innerhalb weniger Tage schmelzen die aufgelaufenen Buchgewinne der vergangenen Wochen, vielleicht sogar Monate wie ein Eisberg an einem warmen Frühlingstag dahin.

Negative Nachrichten überschlagen sich und nicht nur Anleger, sondern gefühlt die ganze Menschheit wird binnen weniger Tage zu „Betroffenen“.

  • „Virus-Symptome an der Börse – Dax tiefrot erwartet“
  • „Für den Notfall: Welche Vorräte sollten Sie zu Hause haben“
  • „Neue Fälle in Deutschland: Zwei Männer im Krankenhaus“
  • „Corona – Wie ernst ist die Lage?“

Selbst die Schlagzeile „Kölner Dom verzichtet auf Weihwasser“ schafft es bei n-tv unter die meistgelesenen Beiträgen und den Coronavirus-Liveticker.

Am Freitag den 6. März 2020 stehen wir am deutschen Markt knapp bei rund 11.500 Punkten. Bezieht man das auf die alten gerade erreichen Höchststände, so hatten wir bis dato rund 17 % vom Höchststand verloren und lagen da bei den Kursen wie erst im Oktober 2019 – doch der ist schon längst Vergangenheit.
Mit der Eröffnung der Börse am Montag, den 9. März und dem am Wochenende eskalierenden Öl-Streit zwischen Saudi-Arabien und Russland erfuhren die Märkte nochmals einen herben Rücksetzer. So brach der Dax in der Spitze um fast 10 Prozent ein und notierte am Abend bei rund 10.500 Punkten. Dies ist nun das gleiche Niveau wie am 28. Dezember 2018, dem Ausbruch des Handelskonfliktes zwischen den USA und China.

Der Einkauf im Supermarkt bestätigt die Vermutung, der Mensch sei ein Herdentier und die Panik hat einige schon vor der Pandemie erreicht.

Anders als bei der Dotcom Blase oder der Finanzkrise kann man aktuell nicht von einer Systemkrise sprechen, sondern eher von einem externen Schock. Der Unterschied zwischen beidem ist, dass externe Schocks historisch oft sehr kurz und heftig ausfallen und in der Regel sehr schnell zu einer gewissen Normalität zurückgekehrt wird. Bei einer Systemkrise ist das anders und die Auswirkungen sind sicher gravierender. Ob sich der externe Schock jedoch zu einem langfristig nachhaltigen Problem der Finanzwirtschaft ausweiten wird, bezweifeln wir aus historischen Erkenntnissen.

Was bedeutet das für Sie?

Von den alten Höchstständen sind wir sicher nach heutigem Tagesschluss relativ schnell um die 20 Prozent entfernt.

Sehen wir uns eine Analyse des US-Vermögensverwalters First Trust an. Sie untersucht die Auf- und Abschwungphasen – im Börsendeutsch: Bullen- und Bärenmärkte – an der Wall Street seit 1926.

  • Ein vollständiger Bullenmarkt dauerte im Mittel 12,8 Jahre und brachte ein durchschnittliches Plus von 534 Prozent
  • Ein vollständiger Bärenmarkt dauerte im Mittel 1,5 Jahre und brachte ein durchschnittliches Minus von 41 Prozent.
  • Der längste Bullenmarkt dauerte 15,1 Jahre und brachte ein Plus von 936 Prozent.
  • Der längste Bärenmarkt dauerte 2,8 Jahre und brachte ein Minus von 83 Prozent.
  • Vier Bullenmärkte dauerten länger als der aktuelle und brachten höhere Gewinne.

An der Börse gibt es zwei Risiken!

An den Aktienmärkten gibt es zwei Risiken: Dabei zu sein, wenn es fällt und nicht dabei zu sein, wenn es wieder steigt. Aus der oben beschriebenen Statistik leiten wir ab, dass Abwärtsphasen immer wieder und das meist heftig und sehr dramatisch auftreten. Historisch betrachtet wurden dabei immer die Mutigen belohnt, die sich gerade dann getraut haben, zu investieren, wenn keiner mehr an eine bessere Welt glaubt.

Was konkret können Sie unternehmen?

Grundsätzlich gibt es drei Szenarien.

a) Abwarten, bis das alles wieder vorbei ist und aktuell keine Depotauszüge und Börsennachrichten lesen
b) günstig Nachkaufen und sukzessive Ihre unverzinsten Spareinlagen und Festgelder in den Markt investieren
c) wenn Sie den aktuellen Schmerz nicht vertragen – alles verkaufen und den aktuellen Depotbestand realisieren.

Wie kann das konkret für unterschiedliche Investorentypen aussehen? Was gilt bei der 3-Helmen-Strategie?

Lassen Sie uns Ihre Handlungsalternativen in einem persönlichen Gespräch klären. Wir beraten Sie gerne.

Sie sind Anlegerin oder Anleger in unserer Fonds-Vermögensverwaltung „3-Helmen-Strategie“ und haben sich entschieden nachzukaufen: Überweisen Sie einfach den gewünschten Betrag auf ihr Strategiekonto bei der Augsburger Aktienbank. Die Anlagesumme wird beim nächsten Allokationstermin berücksichtigt und automatisch in Ihrem Strategiedepot „Substanz“, „Rendite“ oder „Nachhaltig“ angelegt.

Fazit:

Wir besitzen weder eine Glaskugel noch sind wir Virologen. Aus der Historie kann man jedoch ableiten, dass diese Situation eine völlig neue für viele Marktteilnehmer und Investoren darstellt. Faktisch gilt derzeit die „Angst“ als größtes Risiko einzustufen, viel mehr vermutlich als die Bedrohung durch ein Virus oder die aktuellen Verwerfungen am Ölmarkt.
Historisch waren solche Tage immer Kauftage. Denn bei Panik werden auch gute und solide Unternehmen ausverkauft, die auch und trotz Corona in den kommenden Jahren mit einem soliden Geschäftsmodell sehr erfolgreich sein werden.

Erlauben Sie uns abschließend unseren Namengeber und Mitbegründer Dr. Klaus Jung (1930 – 2019) zu bemühen. Der Pionier der Investmentberatung in Deutschland pflegte – geprägt von vielen Börsenkorrekturen – vor Investitionen immer zu fragen: „Können Sie sich vorstellen, dass es heute, in 5 und in 10 Jahren gute Unternehmen gibt, die mit guten Produkten gutes Geld verdienen?“

Natürlich müssen Sie sich die Frage selbst beantworten. Tatsache ist, dass es trotz oder gerade in Corona-Zeiten Unternehmen gibt, die ihre Berechtigung haben und wichtige Güter bereitstellen oder daran forschen.

Wir stehen zu unserer grundsätzlichen Philosophie, dass an Investmentfonds gerade in diesen Zeiten langfristig kein Weg vorbeiführen wird.
Sollten Sie Fragen haben, so rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.
Bleiben Sie vor allen Dingen gesund und gelassen.

Mit besten Grüßen

Die Geschäftsführung der

Dr. Jung & Partner GmbH
Generalrepräsentanz

Kontakt Dr. Jung & Partner

Dr. Jung & Partner GmbH
Generalrepräsentanz
Stefan Helm – Geschäftsführer